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Aktion Fischotterschutz
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Europäischer Nerz

Steckbrief

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet des Europäischen Nerzes (Mustela lutreola) ist auf kleine Restvorkommen zusammengeschmolzen. Zum einen kommt er noch im Westen Europas im Grenzgebiet zwischen Frankreich und Spanien vor und, zum anderen in Osteuropa, im Donaudelta, in Weißrussland sowie in einigen Feuchtgebieten Russlands. Insgesamt, so schätzen Fachleute, sind nur noch einige Zehntausend Nerze in freier Wildbahn zu finden.

 

Der „Sumpfotter“, wie der Europäische Nerz auch genannt wird, bewohnt Gewässerufer und Feuchtgebiete. Dabei bevorzugt er Moore und Sumpfgebiete mit reichhaltigem Bewuchs, die ihm reichlich Nahrung und Verstecke bieten. Aber auch an Fließgewässern mit abwechslungsreicher Uferstruktur und Röhrichten ist er verbreitet.

Körperbau

Während Nerz-Männchen eine Gesamtlänge von ca. 55 cm erreichen und etwa 900 g wiegen, liegen diese Werte bei den Weibchen bei 45 cm und 600 g. Damit ist der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern recht stark ausgeprägt. Der Nerz kann vorzüglich schwimmen und nutzt dabei seine mit Schwimmhäuten versehenen Füße zum Vortrieb. Die „Fingerkuppen“ sind zum Festhalten schlüpfriger Beute mit Borsten versehen. Ein dichtes Fell, als Pelzware immer noch hoch begehrt, und eine Schicht Unterhautfett schützen den Nerz vor Kälte und erlauben ihm längere Tauchgänge. Um seine Schnauze herum befindet sich das „Milchbärtchen“, ein weißer rundlicher Fellfleck. Dies ist ein auffälliges Unterscheidungsmerkmal zum Amerikanischen Nerz, dem Mink, mit dem er nicht direkt verwandt ist.

Lebensweise

Über das Sozialleben im Freiland ist nur wenig bekannt. Vermutlich leben Nerze sehr einzelgängerisch und dulden in ihren Revieren keine Artgenossen. Jedenfalls sind Nerze in der Gehegehaltung recht problematisch, da sie als erwachsene Tiere nur einzeln gehalten werden können und eine Verpaarung nicht bei jedem Pärchen funktioniert. Die Paarung erfolgt meistens in der Zeit von Februar – April. Nach einer Tragzeit von ca. sechs Wochen kommen im Mai bzw. Juni 4 - 7 Jungtiere zur Welt, deren dünnes Fell einen violetten Farbton aufweist. Etwa fünf Wochen dauert es bis zum Öffnen der Augen, danach geht die Entwicklung der Jungtiere recht schnell. Mit drei Monaten haben sie die Größe der Eltern erreicht, mit neun Monaten sind sie geschlechtsreif. Die Reviere der Nerze können eine Größe von ca. 100 ha aufweisen. In freier Natur werden sie rund 6 – 8 Jahre alt. In der Obhut des Menschen können sie bis zu 10 Jahre alt werden.

Nahrung & Gefährdung

Fische, Krebse, Insekten, Vögel, Eier und Kleinsäuger bilden die Beute des Nerzes. Vegetarische Nahrung nimmt er nicht auf. Der Europäische Nerz ist eine der am stärksten vom Aussterben bedrohten Säugetierarten Europas. Bereits vor hundert Jahren verschwand der Nerz aus Deutschland. Die Ursachen des starken und langandauernden Rückganges dieser Art sind bis heute weitgehend ungeklärt. Es werden mehrere Gründe diskutiert. So wird ein Grund in der starken Bejagung vermutet. Ein weiterer Grund könnte in dem Verlust von Lebensräumen durch Entwässerung von Moor- und Feuchtgebieten gesucht werden. Ende des 19. Jahrhunderts brachen zudem die Bestände des einheimischen Edelkrebses aufgrund der eingeschleppten „Krebspest“ zusammen, was zur Nahrungsknappheit für den Nerz geführt haben könnte.

In den letzten Jahrzehnten kam mit der Ausbreitung des Minks, dem Amerikanischen Nerz (Neovison vison), ein weiterer Faktor hinzu. Diese Nerzart wird in Pelztierfarmen unter tierquälerischen Haltungsbedingungen gezüchtet. Farmflüchtlinge breiten sich nun beständig aus und sind mittlerweile auch in Nordostdeutschland und Ostbayern zu finden. Da der Mink ähnliche Lebensräume besiedelt wie der Europäische Nerz kann es zu einer Konkurrenzsituation kommen. Aktuell wird eine sich selbst erhaltende Gemeinschaft in Gefangenschaft aufgebaut, an der sich auch die Aktion Fischotterschutz mit den Nerzen im OTTER-ZENTRUM beteiligt. Darüber hinaus wird seit einigen Jahren am Steinhuder Meer ein Ansiedlungsprojekt mit wissenschaftlicher Erfolgskontrolle von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer umgesetzt.

Lebensraum

Lebensraum Moor

Moore sind nasse, mit niedrigen Pflanzen bewachsene Lebensräume. Moore unterscheiden von Sümpfen dadurch, dass der Wasserstand dauerhaft sehr hoch ist. Bedingt durch dadurch hervorgerufenen Sauerstoffmangel gibt es nur einen unvollständigen Abbau von pflanzlichen Resten, den man als Torf bezeichnet. Moore findet man auf fast allen Kontinenten, Ausnahmen sind Australien und die Antarktis. Die meisten Moore befinden sich in der nördlichen Tundra, aber auch in der gemäßigten Zone, zum Beispiel in Deutschland, sind Moore typische Landschaftsformen.

Moore nehmen eine Sonderstellung im Stoffkreislauf ein. Sie unterscheiden sich von allen anderen Ökosystemen auf der Erde. Moore sind Lebensräume mit positiver Stoffbilanz. Es bildet sich mehr organische Substanz durch die Photosynthese der Pflanzen, als zersetzt und verbraucht wird. Nur von Regenwasser gespeiste, nährstoffarme Hochmoore produzieren jährlich bis zu acht Tonnen Pflanzenmasse pro Hektar. Nährstoffreiche Niedermoore mit Röhricht, Schilf und anderen Pflanzen bringen es sogar auf bis zu 16 Tonnen pro Hektar. Moore entsprechen damit in ihrer Produktivität den Laubwäldern.

Die Moore speichern große Mengen Wasser, da sie bis zu 95 Prozent aus Wasser bestehen. Sie besitzen damit eine wichtige Rolle im Landschaftswasserhaushalt. Schon Alexander von Humboldt verglich sie mit riesigen Schwämmen, die schnell große Wassermengen aufnehmen und dann ganz allmählich wieder abgeben können.

In niederschlagsreichen Jahren können Moore tatsächlich mehr als einen Meter "aufschwimmen". In der Folgezeit wird dieses Wasser dann langsam wieder abgegeben. Dann sinkt das Moor wieder zusammen. So sind Moore hochwirksame Wasserspeicher, die die Gefahr von Überschwemmungen und Flutkatastrophen verringern.

Außerdem sind Moore wichtige Kohlenstoffspeicher. Mengenmäßig betrachtet ist beinahe die Hälfte des als Kohlendioxid in der Atmosphäre vorhandenen Kohlenstoffs in Mooren gebunden.

Moore gelten in Deutschland als ein gefährdeter Lebensraum. Um den massiven Torfabbau in den letzten beiden Jahrhunderten zu steigern, wurden zahlreiche Moore entwässert. Nach Entnahme des Torfs blieben nur noch zerstörte Naturräume übrig, die irreparable Schäden aufwiesen.

Die jetzt verbliebenen Moore müssen umso stärker geschützt werden um hoch spezialisierten Tier- und Pflanzenarten wie z.B. Schmetterlingen (viele Bläulinge, Perlmutterfalter), Libellen (Hochmoormosaikjungfer, Torfjungfer), Birkhuhn, Kranich, Großer Brachvogel, Nerz, Sonnentau, Wollgras und Torfmoos einen intakten Lebensraum zu bieten.

Video

Das Video wurde dankenswerterweise gefördert von:

 


Das OTTER-ZENTRUM in den Medien

Im NDR-Fernsehen:

Tietzer kommt ...
ins OTTER-ZENTRUM Hankensbüttel

und

NaturNah: Neue Otter im Westen


Im Radio:
NDR Info – DIE REPORTAGE
Redaktion: Doris Schiederig

Auge in Auge mit seltenen Raubtieren –
30 Jahre OTTER-ZENTRUM Hankensbüttel
Von Carmen Woisczyk


 

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